Das letzte Mal fanden die Olympischen Spiele 393 nach Christus statt. Danach wurden diese heute wieder sehr bekannten sportlichen Wettkämpfe lange Zeit vergessen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie für immer verloren gingen. Denn bereits im 17. Jahrhundert fand eine Art der Olympischen Spiele in England statt, später folgten auch Frankreich und Griechenland. Die olympische Idee als solches war also wieder entdeckt worden, wie selbst die Sporthistoriker bestätigten. Bei diesen im 17. Jahrhundert stattfindenden Wettkämpfen handelte es sich jedoch weniger um ernsthafte Olympische Spiele, da sie nur im kleinen Rahmen veranstaltet wurden.

Erst von 1859 bis 1889 fanden in Griechenland die so genannten Olympien statt, die noch heute als ernsthafter Vorreiter der modernen Olympischen Spiele angesehen werden. Der Begründer dieser Veranstaltungen war Evangelos Zappas. Später verfügte der König Otto I., dass es sich um national wichtige Wettkämpfe handelte, die einen hohen Rang einnahmen und kurze Zeit später auch international Beachtung fanden.

Bereits 1766 wurden die Anlagen der Olympischen Spiele in Olympia wieder entdeckt, im Jahre 1875 begannen die ersten großen archäologischen Ausgrabungen an diesen Orten. Damit wuchs auch der Gedanke, die alten Olympischen Spiele wieder aufleben zu lassen. Von 1870 bis 1871 herrschte der Deutsch-Französische Krieg, bei dem die Franzosen verloren. Der Baron Pierre de Coubertin sah den Grund für die Niederlage in der mangelnden Sportlichkeit der Soldaten. De Coubertins Ansicht zufolge, sollte deshalb in den Schulen der Sportunterricht eingeführt werden. Des Weiteren verfolgte er das Ziel des Friedens mit den Nachbarn und anderen Ländern. Somit dachte er sich, die Jugend solle sich nicht auf dem Schlachtfeld in Kriegen messen, sondern bei den Olympischen Spielen in sportlichen Wettkämpfen. Er wollte die einstigen Olympischen Spiele wieder aufleben lassen und begründete damit die Entwicklung der modernen Olympischen Spiele, wie wir sie noch heute oder heute wieder kennen.

Zwischen dem 16. und 23. Juni 1894 fand in der Sorbonne-Universität von Paris ein Kongress statt. Diesen nutze de Coubertin dazu, seine Idee von der Wiederbelebung des olympischen Gedankens einem internationalen Publikum nahe zu bringen. Das Publikum war begeistert und beschloss, dass die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit bereits 1896 stattfinden sollten. Als Austragungsort wurde Athen ausgewählt, um so an den Ursprung der Olympischen Spiele zu erinnern. Damit diese Wettkämpfe auch richtig organisiert werden konnten, wurde das Internationale Olympische Komitee, das IOC, gegründet.